Die Ambivalenz des Seelenschmerzes

>“Und zum Schluss, sind wir alle einfach nur Menschen, betrunken von der Idee, dass Liebe, nur Liebe, unser Gebrochenes heilen kann“.
(F.Scott Fitzgerald)<<

Wir alle haben da etwas in uns, was wir verstecken, geheim halten vor der Welt. Etwas, das wir wie einen kostbaren Schatz in den Abgründen unseres menschlichen Daseins, unserer Seele verbergen.

Ich spreche nicht von den Geheimnissen der Anderen, die uns vertraulich auferlegt wurden, sondern von jenen Geheimnissen, die die Einsamkeit unserer aller Herzen beschäftigt, die Sorte von Schmerz, die wir mit allen Mitteln des Universums vor der Welt zu verstecken suchen.

Der Schmerz unserer Herzen, der uns darin erinnert, dass das Leben vergänglich ist, dass nichts, rein gar nichts im Leben Beständigkeit hat.

Jedes menschliche Dasein wird früher oder später, irgendwann im Leben, mit der Vergänglichkeit, der Unbeständigkeit des Lebens konfrontiert und für jeden einzelnen dieser Menschen ist es auf eine andere Art und Weise schlimm.

Für jeden einzelnen Menschen bricht eine ganz eigene Welt zusammen.
Jeder einzelne Mensch stellt sich dann die Frage des Sinns, einer Sinnhaftigkeit in der menschlichen Existenz.

Manche gehen verloren, verloren im Nebel der vermeintlichen Sinnlosigkeit.
Viele erschrecken vor der Erkenntnis dieser Unbeständigkeit, verfallen in diese dem Menschen das Leben entziehende Starrheit.
Nur wenige erkennen, dass wir Menschen diese Art von Schmerz brauchen, dass er Teil unseres Lebenselixiers, essenzieller Treibstoff für die Zellen unseres Körpers ist.

>Denn nur derjenige, der weiß, was Schmerz ist, kann die Schönheit, die Magie und den Zauber dieses Lebens verstehen.<<

Ich meine die Sorte von Schmerz, die sich mit ihren Krallen in die Zartheit unserer Herzen schlägt.
Jener Schmerz, der uns die Welt in ihrer ganzen Nüchternheit betrachten lässt. Die Art von Schmerz, die etwas unwiderruflich in uns verändert, etwas in uns zerbrechen lässt und wie ein Gift unsere Sinne benebelt.
Nur wer diese Art des Schmerzes irgendwo, an irgendeiner Stelle seines Herzens trägt, kann die Bedeutung, die er unserem Leben andererseits schenkt, begreifen, verstehen, sehen und umsetzen.

Denn es ist so, es ist wahr, dass der Mensch erst zu schätzen weiß, was er hatte, wenn er es verloren hat.
Und erst dann, wenn wir diese Erfahrung im Leben machen mussten, wir dieser Form von Schmerz einen Platz gewähren mussten, können wir neben der Trostlosigkeit, dem Seelenschmerz dieser Welt, zukünftig mit mehr Wertschätzung und mehr Achtung diesem einen Leben, was uns geschenkt wurde, entgegen treten.

©lini23061995

Die Macht der Gedanken

Gedanken sind ein Mittel des Menschen, jene Eindrücke, die alltäglich unsere Sinne überfluten und benebeln, zu sortieren, eine Ordnung in diesem Chaos aus einzelnen Bruchstücken zu schaffen, sie in eine Reihenfolge bringen.

Gedanken bringen Erinnerungen mit sich, ermöglichen dem Menschen in längst vergangenen Zeiten zu schwelgen, sie mit der Macht der Gedanken am Leben zu erhalten, in ihnen weiterzuleben. Erinnerungen sind das Produkt unserer Gedanken. Das Produkt unserer Aufmerksamkeit, mit der wir durch diese Welt schreiten. Die Erinnerung ist das Buch, das wir aus unseren Gedanken schreiben. Unsere Gedanken sind die Inspiration für das Buch, das wir schreiben, das jeder in seinem Leben schreibt.

Die Macht der Gedanken befähigt den Menschen, sich an Erlebtes zu erinnern, aus Fehlern zu lernen, logische Entschlüsse zu schöpfen. Erinnerungen können ein Geschenk des menschlichen Denkens sein und uns die wunderschönsten all unserer Gefühle immer wieder herauf beschwören.

>GEDANKEN GEHEN VORÜBER, VERFLIEßEN INEINANDER, ABER ERINNERUNGEN BLEIBEN.<<

Gedanken können den Menschen verwirren, ihn aus der Bahn werfen, ihn quälen. Sie können einen stechenden, pochenden, beißenden Schmerz in ihm auslösen.

Ebenso bringen Gedanken den Menschen dazu, neue Sichtweisen zu erlangen, sich weiterzuentwickeln.

Vielleicht sind wir uns der Macht unserer Gedanken gar nicht wirklich bewusst. Oftmals denken wir einfach. Aber werden wir zu unserem eigenen Beobachter, können wir selbst entscheiden, welchen Gedanken wir Gewichtung schenken und welchen nicht.

>>Denn letztlich sind Gedanken einfach nur Gedanken, solange wir die Bewertung unserer Gedanken selbst, autonom und frei bestimmen.<<

©lini23061995

Vertrauen – so wertvoll und so zerbrechlich

ICH VERTRAUE DIR.

Worte, mit tiefer Bedeutung und doch so oft gesagt. Vertrauen ist schwer, finde ich. Vor allem, wenn man gewisse Eigenschaften noch mit größeren Wertvorstellungen bemisst, als viele andere in der oft so trügerischen Scheinwelt des heutigen Daseins.

ICH VERTRAUE DIR.

Jedem Menschen, dem du dein Vertrauen schenkst, gibst du eine Waffe in die Hand. Du gibst, in Abgabe deines Vertrauens, Sicherheit und Kontrolle ab. Du gibst demjenigen die Möglichkeit, frei zu entscheiden. Wird er die Waffe, die du ihm mit deinem Vertrauen in die Hände legst, benutzen, um dich mit all den in seiner Macht stehenden Mitteln zu beschützen? Oder wird er die Kostbarkeit deines Vertrauens in Form dieser mächtigen Waffe gegen dich wenden? Das Messer des Vertrauens ist scharf. Eine scharfe Klinge und mit jedem Mal, bei dem uns ein Mensch diese Worte, ICH VERTRAUE DIR, wohlwollend und anerkennend ins Ohr flüstert, haben wir die Wahl, ihn mit diesem Messer des Vertrauens ein Leben lang zu schützen, zu verteidigen oder die scharfe Klinge des Vertrauens gegen eben diesen Menschen zu benutzen, ihm dieses Messer in seine eigene Brust zu rammen, ihn mit seinen eigenen Waffen zu schlagen.

ICH VERTRAUE DIR.

Ich glaube, viele Menschen sind sich heutzutage gar nicht mehr wirklich bewusst, welch große Bedeutung diese drei Worte doch haben können. Schließlich legt man mit eben diesen Worten all seine HOFFNUNG in diesen einen Menschen. Man hofft, dass das Bild, welches man sich von diesem Menschen gemacht hat, nicht nur der eigenen Wahrheit, sondern viel mehr der allgemeinen Wahrheit entspricht. Vertrauen bedeutet immerhin, ein Teil von seinem Innersten nach Außen zu kehren. Vertrauen bedeutet auch, dass man dem Menschen, dem man vertraut, ein Stück von sich wie einen kostbaren, teuren Schatz anvertraut.

Ich glaube auch, dass VERTRAUEN grundsätzlich nichts Schweres ist. Wir vertrauen tagtäglich auf andere Menschen, auf uns selbst, auf Geschehnisse und Entwicklungen. Oft unbewusst, selten bewusst. Aber wenn wir es bewusst tun, bei vollem Verstand, ändert sich der Wert des Vertrauens. Ich selbst habe mich dafür/dagegen entschieden, einer Sache, einem Menschen mein Vertrauen zu schenken. Ich selbst trage die alleinige Verantwortung, da ich mich in diesem Moment selbst und aus freien Stücken dafür/dagegen entschieden habe. Die Konsequenzen meiner Entscheidung, das Ausmaß ist oft erst viel später greifbar. Habe ich mein Vertrauen vergeudet? War ich zu gutgläubig, zu naiv in der Vergabe meines Vertrauens? Werde ich es bereuen? Oder aber weiß ich mein Vertrauen in Sicherheit, aufgehoben an einem sicheren Ort im Bewusstsein eines anderen Menschen?

ICH VERTRAUE DIR.

Ich finde es schwierig, zu vertrauen. Vor allem dann, wenn man vielleicht auch so wenig Vertrauen in sich selbst setzt. Mir fällt es noch schwer, an mich selbst zu glauben, mir selbst zu vertrauen. Viel zu oft habe ich noch das Gefühl, mir selbst im Wege zu stehen, mir den Weg selbst schwerer und steiniger zu gestalten als er eigentlich ist. Ich glaube, man muss erst sich selbst vertrauen können, tief und wahrhaftig, um dann auch anderen mit diesem Vertrauen begegnen zu können. Menschen, Erfahrungen können einen misstrauisch werden lassen, Vertrauen erschweren.

ICH VERTRAUE MIR. ICH VERTRAUE DIR.

Wie geht es euch damit? Findet ihr es leicht, anderen Menschen euer Vertrauen zu schenken? Glaubt ihr an euch selbst? Macht ihr euch überhaupt Gedanken über so etwas?

©lini23061995