Loslassen – Vielleicht

Vielleicht fällt es uns deswegen so schwer von Menschen loszulassen,
weil wir einen Teil von uns selbst in ihnen wieder finden.

Vielleicht lasten Abschiede deswegen so schwer auf uns,
weil wir einmal „Willkommen“ gesagt haben.

Vielleicht halten wir an Menschen fest,
weil wir hoffnungslos naiv sind,
und noch immer an das Gute glauben.

Vielleicht kennen wir den Abschiedsschmerz,
und wer fügt sich schon gerne absichtlich Schmerzen zu?

©lini23061995

Ist die Menschheit dem Verfall nahe?

Zugebenermaßen ist die Frage für diesen Beitrag absichtlich etwas provokativ gewählt.
Dennoch möchte ich mich heute und hier in dem Beitrag mit dieser Fragestellung auseinandersetzen.
Dieser Beitrag soll sich nicht mit der Verfallsthematik rund um das Thema Krieg und Zerstörung auseinandersetzen.
Ich möchte mit meiner Frage auf die (zwischen-) menschlichen Werte anspielen, von denen ich glaube, dass sie mehr und mehr an Bedeutung verlieren in unserer heutigen Gesellschaft.

1.Social Media, WhatsApp & Co
Mich persönlich stimmt es zunehmend traurig, dass die Menschen vermehrt den Weg des geringsten Widerstandes wählen. Social Media, WhatsApp & Co bieten sicherlich zahlreiche Vorteile, die ich auch gar nicht missen möchte. Der Kontakt zu Menschen, die halt nicht „nebenan“ wohnen, wird gewährt und so ist es möglich, auch Freundschaften über eine weitere Entfernung aufrecht zu erhalten.
Was mir persönlich aber mehr und mehr gegen den Strich geht:
Wichtige Themen, Entscheidungen und Gefühlslagen werden immer öfter über diese Kanäle ausgetragen und kommuniziert.
Es stimmt mich traurig, dass Menschen immer unfähiger werden, solch wichtige Worte auf realen Wegen zu vermitteln. Meines Erachtens hat es rein gar nichts mit Wertschätzung, Achtung und Respekt zu tun, wenn wir solche Dinge über diese Kanäle kommunizieren. Es mag vielleicht überspitzt klingen, aber in meinen Augen signalisiert ein solches Verhalten, dass die Menschen einander nicht mehr wichtig nehmen und Konfrontation scheuen.

2.Schnelllebigkeit & Ersetzbarkeit
Unsere fortschrittliche Welt bietet eine Menge positiver Entwicklungen, die wir alle, so denke ich, heute nicht mehr missen möchten.
Was mich allerdings stört:
Die Schnelllebigkeit und Ersetzbarkeit, durch welche unsere heutige Welt leider mehr und mehr geprägt ist.
Was ist aus den guten alten Tugenden und Werten geworden, die uns Menschen menschlich machen?
Sobald es mal unangenehm oder unschön wird, gehen die Menschen wortlos auseinander, weil gleich an der nächsten Ecke ein neuer Mensch wartet, mit dem es vielleicht leichter ist. Und wenn uns dieser Mensch nicht mehr genügt, na dann wird auch dieser eben aussortiert und ein neuer Mensch nimmt seinen Platz ein. Auch dieses Verhalten hat für mich rein gar nichts mit Respekt, Achtung und Wertschätzung zu tun. Und dennoch scheint dieses Verhalten in der modernen Welt immer normaler und alltäglicher werden.

Was will ich also eigentlich sagen?
Es ist ein tief menschliches Verhalten, dass wir gerne stets dazugehören wollen, ein Teil der großen Menge sein möchten.
Und an dieser Stelle möchte ich ganz bewusst sagen, dass ich mich von diesem Verhalten gerne ausgrenzen möchte.

Ich wünsche mir, dass sich die Menschen wieder mehr mit Respekt begegnen. Dass sie es sich wert sind, Worte vor diesem Menschen für ihn zu finden und nicht versteckt hinter einem Handy-Display irgendwelche Unannehmlichkeiten und schwere Worte auszutauschen.
Zeigt den Menschen in eurem Umfeld durch euer Verhalten, dass sie ihr wertschätzt und dass sie euch wichtig genug sind, dass ihr aufrichtig und wahrhaftig mit ihnen kommuniziert.
Macht es euch nicht immer leicht und wählt nicht immer den Weg des geringsten Widerstand. Habt so viel Charakter und Selbstachtung und behaltet euch diese menschlichen Werte bei, auch wenn es viele andere sicherlich nicht tun werden.

Ich danke euch! ❤

©lini23061995

Ich kann die Stille hören
will sie in Musik verwandeln

In der Dunkelheit seh‘ ich am besten
und sehne doch das Licht herbei

Ich fühle nichts und doch zu viel
die Sicht verschwommen im Nebel der Gefühle

Manchmal schmeckt das Leben bitter
Ich geb‘ ihm eine neue Würze

Ich gehe immer weiter
auf unbekannten Wegen
im Herzen die Hoffnung
die mich immer weiter trägt

©lini23061995

Eines Tages

Und eines Tages
vielleicht heute
vielleicht morgen
werden wir zu Staub zerfallen
ein Opfer der Vergänglichkeit

Und eines Tages
vielleicht heute
vielleicht morgen
werden wir Verlierer sein
im Wettlauf gegen die Zeit

Und eines Tages
vielleicht heute
vielleicht morgen
werden wir in Geschichten leben
die die Menschen sich erzählen

Denn eines Tages
vielleicht heute
vielleicht morgen
sind wir nichts
was je Bedeutung hatte

©lini23061995

music is my escape

Und manchmal
ist alles was ich brauche
die Musik so laut
dass ich nichts höre
außer den Bass
der mein Herz mit Leben füllt

Und manchmal
ist alles was ich brauche
die Musik so laut
dass ich nichts fühle
außer das Gefühl der Melodie
die mich mit Sinn erfüllt

Und manchmal
ist alles was ich brauche
die Musik so laut
dass ich nichts sehe
außer die Worte dieses Liedes
die vor meinem inneren Auge tanzen

Und manchmal
ist alles was ich brauche
diese Musik so laut
dass ich an nichts denke
außer an das Gefühl
mich voll und ganz darin zu verlieren

Weil manchmal
die Musik all das ist
was ich brauche
so laut, so laut
dass ich weiß
ich lebe noch

©lini23061995

Manchmal

Und manchmal
ein Blatt, das sanft vom Baume fällt
wie ein schwereloses Segelschiff
schwebt es vom Himmel Richtung Erde
es trägt mich mit sich
und ich muss weinen, weinen, weinen

Und manchmal
dieses eine Lied im Radio
in Endlosschleife abgespielt
verlier‘ ich mich in seinen Klängen
werde völlig eins mit ihm
und ich muss weinen, weinen, weinen

Und manchmal
die Sonne lacht aus deinem Gesicht
und deine strahlen-funkel-klaren Augen
erleuchten nicht nur den Raum um mich
ein Zauber ohne Worte
und ich muss weinen, weinen, weinen

Und manchmal
lausch‘ ich des Windes Stimme
und seinen unerzählten Geschichten
träum‘ mich ganz weit fort
der Wind umspielt meine Haare
und ich schließ‘ die Augen

und weine, weine, weine
manchmal

©lini23061995

vielleicht

vielleicht
ist es besser
vielleicht
ist es leichter
wenn ich gehe
bevor du mich verlässt

vielleicht
ist es besser
vielleicht
ist es leichter
die Tür zu schließen
bevor ich sie zu weit öffne

vielleicht
ist es besser
vielleicht
ist es leichter
auf alten Wegen
zu gehen bevor du mit mir gehst

vielleicht
ist es besser
vielleicht
ist es leichter
wenn morgen schon heute
zum gestern gehört

vielleicht
ist es besser
vielleicht
ist es leichter
vielleicht
ist es bloß viel zu leicht

©lini23061995

Die Ambivalenz des Seelenschmerzes

>“Und zum Schluss, sind wir alle einfach nur Menschen, betrunken von der Idee, dass Liebe, nur Liebe, unser Gebrochenes heilen kann“.
(F.Scott Fitzgerald)<<

Wir alle haben da etwas in uns, was wir verstecken, geheim halten vor der Welt. Etwas, das wir wie einen kostbaren Schatz in den Abgründen unseres menschlichen Daseins, unserer Seele verbergen.

Ich spreche nicht von den Geheimnissen der Anderen, die uns vertraulich auferlegt wurden, sondern von jenen Geheimnissen, die die Einsamkeit unserer aller Herzen beschäftigt, die Sorte von Schmerz, die wir mit allen Mitteln des Universums vor der Welt zu verstecken suchen.

Der Schmerz unserer Herzen, der uns darin erinnert, dass das Leben vergänglich ist, dass nichts, rein gar nichts im Leben Beständigkeit hat.

Jedes menschliche Dasein wird früher oder später, irgendwann im Leben, mit der Vergänglichkeit, der Unbeständigkeit des Lebens konfrontiert und für jeden einzelnen dieser Menschen ist es auf eine andere Art und Weise schlimm.

Für jeden einzelnen Menschen bricht eine ganz eigene Welt zusammen.
Jeder einzelne Mensch stellt sich dann die Frage des Sinns, einer Sinnhaftigkeit in der menschlichen Existenz.

Manche gehen verloren, verloren im Nebel der vermeintlichen Sinnlosigkeit.
Viele erschrecken vor der Erkenntnis dieser Unbeständigkeit, verfallen in diese dem Menschen das Leben entziehende Starrheit.
Nur wenige erkennen, dass wir Menschen diese Art von Schmerz brauchen, dass er Teil unseres Lebenselixiers, essenzieller Treibstoff für die Zellen unseres Körpers ist.

>Denn nur derjenige, der weiß, was Schmerz ist, kann die Schönheit, die Magie und den Zauber dieses Lebens verstehen.<<

Ich meine die Sorte von Schmerz, die sich mit ihren Krallen in die Zartheit unserer Herzen schlägt.
Jener Schmerz, der uns die Welt in ihrer ganzen Nüchternheit betrachten lässt. Die Art von Schmerz, die etwas unwiderruflich in uns verändert, etwas in uns zerbrechen lässt und wie ein Gift unsere Sinne benebelt.
Nur wer diese Art des Schmerzes irgendwo, an irgendeiner Stelle seines Herzens trägt, kann die Bedeutung, die er unserem Leben andererseits schenkt, begreifen, verstehen, sehen und umsetzen.

Denn es ist so, es ist wahr, dass der Mensch erst zu schätzen weiß, was er hatte, wenn er es verloren hat.
Und erst dann, wenn wir diese Erfahrung im Leben machen mussten, wir dieser Form von Schmerz einen Platz gewähren mussten, können wir neben der Trostlosigkeit, dem Seelenschmerz dieser Welt, zukünftig mit mehr Wertschätzung und mehr Achtung diesem einen Leben, was uns geschenkt wurde, entgegen treten.

©lini23061995