Illusion der Erinnerung

Menschen sagen sich
die Erinnerung sei das
was uns keiner nehmen kann

Menschen leben
in den Bildern an den Wänden
glauben an Illusionen der Vergangenheit

Menschen zünden Kerzen an
betrauern die Vergänglichkeit
und nennen es Erinnerung

Menschen fürchten sich
vor dem, was sie sehen
wenn das Licht der Kerze erlischt

Was Ich Will

Ich möchte zweifeln
will hinterfragen
und manchmal auch in Frage stellen

Ich will die Welt erkunden
will mehr als schwarz und weiß
und völlig neue Farben finden

Ich möchte selbst entscheiden
will mir eine Meinung bilden
und frei von Konventionen sein

Ich möchte mehr als bloß nach vorne schauen
will mal links, mal rechts die Sicht genießen
und unbekannte Wege gehen

Ich will Ich sein
will bloß Ich selbst sein
der Welt ein Stück von mir schenken

Hallo du,

wer auch immer du bist,
wo auch immer du bist,
diese Worte sind für dich – genau dich.

Es gibt da ein paar Dinge, die ich dir wünsche.
Ich wünsche dir, zu wissen wer du bist.
Und noch mehr wünsche ich dir, falls du es noch wissen solltest, dass du es herausfinden wirst.
Nicht indem dich „auf dich Suche nach dir selbst“ begibst, nein.

Ich wünsche dir, zu erkennen, dass du nicht erst suchen musst.
Du bist wer, du bist jemand – du weißt vielleicht nur noch nicht wer du bist, was dich ausmacht, was deine persönliche Erfüllung hier auf diesem Erdplaneten ist.
Du brauchst dich nicht suchen, du hast schon alles, was du brauchst und was du bist.
Sei einfach still, kehre dein Ich manchmal nur nach innen und höre dir selbst zu.
Manchmal wird das alles sein, was du brauchst um dir selbst näher zu kommen.

Ich wünsche dir Frieden.
Ich wünsche dir deinen Frieden.
Die Art von Frieden, die dich zu deiner inneren Mitte zurückkehren lässt und dir eine tief erfüllende Ruhe schenkt.
Damit du die Dinge leicht nehmen kannst, auch wenn sie zentnerschwer auf deinem Herzen lasten.
Es soll die Art von Frieden sein, die in Gelassenheit mündet und dich mit Leichtigkeit beflügelt.

Ich wünsche dir ein von Herzen kommendes Lachen.
Ich möchte dich lachen sehen, ich meine so richtig.
Ich möchte dich lachen sehen und es in jeder Faser meines Körpers fühlen.
Die Art von Lachen, die mich automatisch ansteckt und gemeinsam mit dir lachen lässt.
Ich möchte, dass du das Glück nach außen in die Welt trägst.
Lass dir dein Lachen nicht von den Trostlosigkeiten der menschlichen Existenz stehlen.
Hast du dein Lachen mal verloren, finde es in den Kleinigkeiten des Alltags wieder.
Bewahre dir dein ehrliches und offenes Lachen ein Leben lang.

Ich wünsche dir Freiheit.
Du sitzt in deinem eigenen Boot, lass dir das Ruder nicht von Anderen aus der Hand reißen und gib es nicht zu leicht an andere auf.
Du bist dein eigener Fährmann, das Steuer liegt in deiner Hand.
Du kannst selbst entscheiden, wohin die Reise führen soll.
Fühle dich frei deinen Weg zu gehen.
Spüre die Freiheit in den kleinen Dingen. Schließe manchmal deine Augen und halte inne.
Fühle wie ein Windhauch deine Haut umspielt und deine Haare tanzen lässt.
Schau ab und an in den Himmel hoch und lass dich von den Vögeln mitnehmen.

Ich wünsche dir so viel.

In Liebe,
Ich

©lini23061995

Für all die freien Seelen fern dieser Welt

Ich lass dich frei
Ich lass dich gehn
werd dich nie mehr wiedersehn

Nie mehr bedeutet Ewigkeit
das ist eine ziemlich lange Zeit
bin mir dessen nun bewusst
spür tief in mir diesen Verlust
lerne nun damit zu leben
und trotzdem noch nach Glück zu streben
Verlust bedeutet Schmerzen
aber auch Spuren in meinem Herzen
deine sind tief und ich seh sie so klar
vergess deinen Blick nie
als ich dich das letzte Mal sah
ich trag dich im Herzen, Tag für Tag
wenn ich einen weiteren Schritt nach vorne wag
der Tod ist real
wenn ich nicht mehr an dich denke
aber in mir bleibt ein Platz, den ich dir schenke
ich vergess dich nicht und so bleibst du am leben
denn ich werd dir immer ein Stück davon geben

Ich lass dich frei
Ich lass dich gehn
und werd dich nie mehr wiedersehn

©lini23061995

2/4 – Verlust, Schmerz, Trauer, Enttäuschung – Verständnis

Okay, wir haben unsere Trauer, unseren Schmerz, die Enttäuschung oder einen möglichen Verlust nun anerkannt.

Wir haben verstanden, dass die Existenz nicht bloß in Ordnung, sondern durchaus berechtigt und menschlich ist.

Anerkennung -> Verständnis:
Der nächste Schritt (in meinen Augen) schließt fast lückenlos an den Schritt der Anerkennung an.
Indem du diese Gefühle anerkennst, bekommst du nicht nur ein Verständnis für diese, sondern auch Verständnis für dich selbst.

Auch wenn du nicht immer verstehen kannst, warum diese Gefühle in vielleicht sogar unerwarteten Situationen über dich hereinbrechen, solltest du Verständnis für deine Gefühle und dich haben.

Es ist nicht unnatürlich, dass solche Gefühle auch in scheinbar guten und schönen Situationen aufkommen.

Du musst deine Gefühle nicht immer verstehen, allerdings könntest du einfach Verständnis für ihre Existenz haben.

©lini23061995

vielleicht

vielleicht
ist es besser
vielleicht
ist es leichter
wenn ich gehe
bevor du mich verlässt

vielleicht
ist es besser
vielleicht
ist es leichter
die Tür zu schließen
bevor ich sie zu weit öffne

vielleicht
ist es besser
vielleicht
ist es leichter
auf alten Wegen
zu gehen bevor du mit mir gehst

vielleicht
ist es besser
vielleicht
ist es leichter
wenn morgen schon heute
zum gestern gehört

vielleicht
ist es besser
vielleicht
ist es leichter
vielleicht
ist es bloß viel zu leicht

©lini23061995

Die Ambivalenz des Seelenschmerzes

>“Und zum Schluss, sind wir alle einfach nur Menschen, betrunken von der Idee, dass Liebe, nur Liebe, unser Gebrochenes heilen kann“.
(F.Scott Fitzgerald)<<

Wir alle haben da etwas in uns, was wir verstecken, geheim halten vor der Welt. Etwas, das wir wie einen kostbaren Schatz in den Abgründen unseres menschlichen Daseins, unserer Seele verbergen.

Ich spreche nicht von den Geheimnissen der Anderen, die uns vertraulich auferlegt wurden, sondern von jenen Geheimnissen, die die Einsamkeit unserer aller Herzen beschäftigt, die Sorte von Schmerz, die wir mit allen Mitteln des Universums vor der Welt zu verstecken suchen.

Der Schmerz unserer Herzen, der uns darin erinnert, dass das Leben vergänglich ist, dass nichts, rein gar nichts im Leben Beständigkeit hat.

Jedes menschliche Dasein wird früher oder später, irgendwann im Leben, mit der Vergänglichkeit, der Unbeständigkeit des Lebens konfrontiert und für jeden einzelnen dieser Menschen ist es auf eine andere Art und Weise schlimm.

Für jeden einzelnen Menschen bricht eine ganz eigene Welt zusammen.
Jeder einzelne Mensch stellt sich dann die Frage des Sinns, einer Sinnhaftigkeit in der menschlichen Existenz.

Manche gehen verloren, verloren im Nebel der vermeintlichen Sinnlosigkeit.
Viele erschrecken vor der Erkenntnis dieser Unbeständigkeit, verfallen in diese dem Menschen das Leben entziehende Starrheit.
Nur wenige erkennen, dass wir Menschen diese Art von Schmerz brauchen, dass er Teil unseres Lebenselixiers, essenzieller Treibstoff für die Zellen unseres Körpers ist.

>Denn nur derjenige, der weiß, was Schmerz ist, kann die Schönheit, die Magie und den Zauber dieses Lebens verstehen.<<

Ich meine die Sorte von Schmerz, die sich mit ihren Krallen in die Zartheit unserer Herzen schlägt.
Jener Schmerz, der uns die Welt in ihrer ganzen Nüchternheit betrachten lässt. Die Art von Schmerz, die etwas unwiderruflich in uns verändert, etwas in uns zerbrechen lässt und wie ein Gift unsere Sinne benebelt.
Nur wer diese Art des Schmerzes irgendwo, an irgendeiner Stelle seines Herzens trägt, kann die Bedeutung, die er unserem Leben andererseits schenkt, begreifen, verstehen, sehen und umsetzen.

Denn es ist so, es ist wahr, dass der Mensch erst zu schätzen weiß, was er hatte, wenn er es verloren hat.
Und erst dann, wenn wir diese Erfahrung im Leben machen mussten, wir dieser Form von Schmerz einen Platz gewähren mussten, können wir neben der Trostlosigkeit, dem Seelenschmerz dieser Welt, zukünftig mit mehr Wertschätzung und mehr Achtung diesem einen Leben, was uns geschenkt wurde, entgegen treten.

©lini23061995

Die große Suche

Ich denke, ihr kennt das alle. Ganz bedeutende, schwerwiegende Fragen, die jeden von uns an manchen Tagen mehr, an anderen Tagen weniger stark beschäftigen.
Gedanken darüber, was ich will im Leben. Gedanken darum, wer ich bin, was mich ausmacht, was mich erfüllt.
Ich glaube, kaum keiner von uns wird in diese Welt hinein geboren und besitzt direkt diesen einen, seinen ganz eigenen Platz. Sicher gibt es Menschen, deren Weg bestimmt ist, denen in gewisser Weise durch Großeltern, Eltern oder andere Familienangehörige die Spur ihres Seins oder ihres Wirkens vorgegeben wird. Diese Menschen haben gar keine große Wahl, müssen sich keine Gedanken um ihre Zukunft machen, weil von Anfang an klar ist, was ihre Aufgabe im Leben sein wird. Ob das nun die schönere oder weniger schöne Art zu leben ist, sei einfach mal dahin gestellt.
Nun gibt es auf der anderen Seite halt auch eine Vielzahl von Menschen bei denen das Ganze mit mehr Autonomie und Eigenbestimmung entschieden werden muss.
Ich persönlich finde es nur gar nicht so einfach, mir diese schwerwiegenden und tiefergehenden Fragen zufriedenstellend zu beantworten.
>>Was erfüllt mich? Wonach sehne ich mich in meinem Leben? Was will ich machen? Was macht mich aus? Was kann ich gut? Was macht mir Spaß, wohlmöglich ein Leben lang? Worin sehe ich meinen persönlichen, meinen eigenen Sinn im Leben? Welcher Weg wird für mich der Richtige sein? Und wer wird mich begleiten auf diesem Weg? Welche Hürden und Hindernisse werden mir den Weg erschweren? Werde ich diese Hürden und Hindernisse ohne große Verluste meistern können? Woraus schöpfe ich neue Kraft? Was sind meine Hoffnungen?
Wer war ich? Wer bin ich? Und wer will ich sein?<<

©lini23061995

Lebenskünstler

Ich sehe
was ich nicht sehen will
seh‘ ich am schärfsten
Augen verschließen
bringt mir nichts
als weitere Bilder
von der Realität vor mir
kann ich nicht weglaufen
und mir die Welt
mit all den Farben
frei von mir gewählt
kunterbunt und farbenfroh malen?

©lini23061995