Die Macht, nicht alles absolut zu sehen

Hallo liebe Welt da draußen,

heute mal ein paar Gedanken, die mich mit dem Jahreswechsel irgendwie verstärkt beschäftigt haben und von denen ich glaube, dass sie auch euch bereichern könnten:

Wir neigen dazu, oftmals die negativen Sachen in unserem Leben stärker wahrzunehmen als die Guten und die Positiven.
Wir haben oftmals das Gefühl, dass uns immer wieder Schlechtes passiert und immer wir diejenigen sind, die mit schlimmen und schwierigen Sachen fertig werden müssen.

In den letzten Tagen habe ich immer öfter den Gedanken gehabt, dass es unvermeidlich ist, dass uns schlimme und schlechte Dinge passieren. Jeder von uns hat täglich Herausforderungen zu bewältigen, die einen überfordern und an unsere persönlichen Grenzen treiben. Jeder Mensch von uns wird unerwartet und plötzlich an die kleinen und großen Schrecken im Leben erinnert.
Wir ärgern uns darüber, dass wir den Bus nicht mehr bekommen haben oder dass die Kassiererin im Laden so unfreundlich zu uns gewesen ist.
Wir sind traurig darüber, dass ein guter Freund nicht das offene Ohr für uns hat, was wir uns vielleicht erhoffen.
Wir sind wütend, weil wir Kaffee über das frisch gewaschene Shirt vergossen haben.
Und manchmal sind wir zutiefst erschüttert und zweifeln an der gänzlichen Fülle unseres Lebens, weil ein geliebter Mensch krank geworden oder gestorben ist.

Das Leben stellt uns eben immer wieder vor kleine oder große Herausforderungen und im schlimmsten Fall zeigt es uns, dass unserer aller Existenz beschränkt und vergänglich ist.

Was ich damit sagen möchte:
Uns allen passieren schlimme Dinge, den Einen vielleicht kleinere und Anderen vielleicht größere, aber wir haben 1. kein Recht dazu, das Leid anderer Menschen zu beurteilen oder gar zu bewerten.
Jedes Leid hat seine Berechtigung.
Und wir sollten uns 2. stets daran erinnern, dass es nicht an uns liegt, das Leid eines Menschen über unser Eigenes zu stellen.

Ich sage es immer ganz gerne überspitzt und wie folgt: Für den einen Menschen ist es ein halber Weltuntergang, wenn der frisch lackierte Fingernagel abbricht, währenddessen es für den anderen Menschen schlimm ist, wenn er sich von etwas, was ihm liebt ist, (vielleicht auch auf ewig) verabschieden muss.

Es fällt mir immer wieder auf, dass die Menschen dazu neigen, ihr Leid zu vergleichen und im nächsten Schritt zu bewerten und vielleicht sogar die Probleme des Anderen herunterzuspielen.
Die Kunst besteht doch darin, dass wir dennoch jedem Menschen zugestehen, dass das, was er gerade durchmacht, seine Existenzberechtigung hat und wir ihn in all dem ernst nehmen.

Was ich auch noch sagen möchte und angelehnt an den Titel dieses Beitrages ist:
Wir alle haben immer (!) die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wie wir die Dinge sehen und wie wir mit ihnen umgehen. Wir können immer, wenn uns etwas Schlechtes passiert, alles in Frage stellen und unser komplettes Leben negativ sehen. Aber wir können uns auch immer dann, wenn uns etwas Schlechtes passiert, vor Augen halten, dass das, was gerade gut in unserem Leben ist, dadurch nicht an Kraft oder Bedeutung verliert.

Es liegt an jedem von uns persönlich, ob wir unser komplettes Leben schlecht machen, wenn es gerade in manchen Bereichen mal nicht so gut läuft oder ob wir das, was dennoch gut ist, weiterhin als gut anerkennen können.

Die Kunst, um immer eine Portion Glück in uns zu tragen, liegt doch darin, den Fokus der Betrachtung so zu setzen, dass neben den schlechten Dingen auch gute Dinge existieren dürfen.

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29 Gedanken zu “Die Macht, nicht alles absolut zu sehen

  1. Das ist so wahr, so wertvoll und gerad im Moment für mich sehr hilfreich , liebe Lini!
    Hab ganz herzlichen Dank für diesen tollen Beitrag!
    Ein liebevolles und friedvolles Jahr 2017 wünscht dir mit ganz herzlichen Grüßen
    Marina 🙂 ❤

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  2. Hej Lini.
    Ich freue mich, dass Du wieder schreibst.
    Es ist unsagbar spannend zu lesen was und wie Du es schreibst. Es liest sich so, als wenn Dir etwas passiert ist, dass Dich zu solchen Gedanken über Gutes, Positives oder Schlechtes bzw. Negatives bewegt. Wie kommt jemand dazu, sich solche Gedanken zu machen?

    Tja, es ist extrem schwer, sich in die Sicht / Wahrnehmung von jemandem anderen zu versetzen. Vermutlich kann das niemand, da die erlebte Vergangenheit dessen so einmalig ist, dass es keinen anderen gibt, der das nachvollziehen könnte!

    Wer hat die „Macht“ und was ist eigentlich die „Macht“?

    Ich war gerade im neuen Star Wars Film. Was genau ist die „Macht“, die mit uns ist, wenn wir daran glauben?

    Wer kann eigentlich _alles_ und _absolut_ sehen. Ich denke, niemand. Weil niemand so neutral sein kann, Dinge _absolut_ sehen zu können. Wir können durch den Filter des Unterbewusstseins _immer_ nur subjektiv sehen und bewerten. Keine 10% unseres Seins ist bewusst – d. h. Wir sind zu über 90% durch den Filter des Unterbewusstseins gesteuert!

    Ja, Du hast sehr Recht, dass wir für alles selbst verantwortlich sind, wie wir es fühlen und wahrnehmen. Wir senden so die Signale, wie andere uns wahrnehmen (müssen). Damit sind nur wir für uns verantwortlich, ob wir positiv oder negativ sind.

    Mega, wie Du solche Denkanstöße raus lässt. Was mag dafür bei Dir im Inneren abgehen, dass Du so denkst und schreibst. ☀️✌️

    Hey, Du bist echt eine extrem interessante Persönlichkeit 😊

    LG Andreas

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    1. Hey Andreas, erst einmal vielen lieben Dank dir für deine ausführliche Antwort…darüber freue ich mich natürlich sehr! Und noch mehr freut es mich natürlich, dass mich noch immer hier begleiten magst… 🙂 Die letzten Monate hatte ich einfach viel um die Ohren und nicht so die Muße, meinen Blog noch zu „füttern“. Ist es denn wirklich so, dass 90% durch den Filter unseres Unterbewussteins gesteuert werden? :-O Das wusste ich z.B.noch gar nicht… Und zu der Frage „was so in meinem Inneren abgehen mag“… kann ich nur sagen: Manchmal glaube ich ganz schön viel, haha! 😀 Hab eine gute Nacht und eine schöne Rest-Woche, Lini

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      1. Guten Morgen 🙂

        Ja, es sind sogar mehr als 90% die vor unserem Bewusstsein durch das Unterbewusstsein „verarbeitet“ werden.

        Arte hatte einen TV Beitrag über das Gehirn mit dem Unterbewusstsein etc gebracht. Ist von 2011.
        Ich habe dazu gerade mal die Links rausgesucht:

        Es sind 2 Teile a 45 Min.
        Es lohnt sich wirklich sehr, Dir die Zeit zu nehmen und es anzusehen.

        Viel Spaß beim Anschauen 😉 und die Umwelt neu zu verstehen 😉

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  3. Da sagst du was! Ich neige oft auch dazu, nur die negativen Dinge zu sehen oder sie zu Katastrophen zu konstruieren, wie klein sie auch sein mögen. Ich freue mich zwar auch über die schönen Dinge, aber z.B. geht es mir oft so: Mir passiert was Schönes und ich warte auf den nächsten A…tritt. So als müsste auf was Schönes natürlich gleich wieder was Schlechtes passieren, denn wenn es mir „zu gut geht“ oder mir zu viel Glück passiert, wird mir das unheimlich. Kann ja nicht sein, dass es mir gut geht…

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    1. Ich kann dir nur sagen: Da geht es mir oft ähnlich wie dir und ich denke, dass diese Gewohnheit etwas ist, was schwierig von heute auf morgen abzustellen ist…wahrscheinlich ist es viel mehr ein Lernprozess, der Zeit braucht und eine immer wiederkehrende Erinnerung und Besinnung daran, dass einem Gutes passieren darf, weil man – ganz einfach, mit dem was man hat und dem, was man ist, „genug“ und gut ist. 🙂

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      1. Da hast du Recht!
        Viele sagen das auch so leicht daher: „Positiv denken, Glück annehmen“ etc., aber so leicht lassen sich Gedankengänge wie der meine/unsere eben nicht umlenken. Das ist ein Stück Arbeit.
        Deinen letzten Satzteil find ich gut! 🙂

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  4. Pingback: ragbag
  5. 🙂 Es ist immer einfacher Opfer zu sein, „das Leben meint es schlimm mit mir“ „ich arme Socke…“ bla bla 🙂 Und es ist immer ein Kraftaufwand in der Gesellschaft positiv zu sein, zu allem was geradde IST und du gerade toll findest oder eben nicht. Die Konditionierung tendiert eben zum bla bla und jeder macht mit damit es nicht zu anstrengend ist.

    Datüber schreibe ich immer wieder… Alles ist gut wie es jetzt gerade ist. Wir lernen nur aus Leiden (egal welche Intensität und welche Schmerzgrenze jeder persönlich hat), das Leben gibt dir das was du gerade lösen sollst. Ob du nun über den abgebrochenen Fingernagel hinwegkommen musst oder einen Verlust loslassen musst. Leiden ist ist, heisse es willkommen – denn es gibt kein Licht ohne Schatten 🙂 LG, Feraye

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  6. Tja, liebe Lini, leichter gesagt als getan … es gibt Situationen im Leben, die echt aussichtslos sind, und auch dem sollte man ins Auge schauen können. Da hilft leider kein tröstliches „Es-gibt doch-noch-irgendwo-Gutes-in-meinem-Leben“ mehr … da hilft wahrscheinlich nur noch eine radikale Kehrtwende oder sich Abwenden. Wichtig ist zu erkennen, was wirklich „lebensbedrohend“ ist und was nicht, und da hilft das Vergleichen doch manchmal (wenn auch nicht immer). Ja und dann, erst mal Ruhe bewahren … in dem Sinne alles Gute dir. Danke für deine anregenden Beiträge.

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    1. Da hast du Recht…die Kunst ist es doch, so reflektieren zu können, dass man fähig ist, Dinge im Leben differenziert und aus verschiedene Perspektiven betrachten zu können! Ich danke auch dir, für dein Feedback und dass du dir die Zeit nehmen magst, meine Beiträge zu lesen! 🙂

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  7. Ich lese Deine Beiträge wirklich gerne. Deine Art zu schreiben ist sehr inspirierend. Ich habe mich besonders gefreut, dass Du nicht einfach auf der „denke positiv und alles wird gut“ -Welle reitest, sondern die Macht des Einzelnen und Vielfältigkeit des Lebens hervorhebst: Danke 🙂

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    1. Hey du, das ist wohl eines der schönsten Komplimente, die du mir da machen konntest, denn das ist es, was ich im Leben so wichtig finde – im Ungewöhnlichen/Unbekannten/manchmal auch Negativen dennoch de Schönheiten des Lebens zu erkennen. Hab ganz lieben Dank für deinen Kommentar, das bedeutet mir sehr viel! 🙂 Viele liebe Grüße, Lini

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