Gedanken am Abend

Guten Abend liebe Welt da draußen,
wenn ihr gerade fünf Minuten Zeit habt, so nehmt sie euch doch und helft mir Antworten auf eine Frage zu finden, die mich heute irgendwie beschäftigt. 🙂

Wir Menschen möchten immer stark sein, uns bloß nicht verletzlich oder schwach zeigen. Wir wollen allzu oft auf keinen Fall angreifbar und schutzlos anderen gegenübertreten.
Was glaubt ihr, macht es den Menschen so schwer und warum versuchen sie um alles in der Welt genau das zu vermeiden?

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57 Gedanken zu “Gedanken am Abend

  1. Auf einer rein evolutionären Basis, ist es einfach der Grund das es früher einem das Überleben gesichert hat, möglichst unangreifbar rüber zu kommen. In heutiger Zeit gesehen, ist das eigentlich der bloße Gedanke seinen „Schutz“ aufgeben zu müssen, um zugeben zu können das man eben nicht, unangreifbar ist. Es ist in gewisser Weise ein Schritt in den Abgrund, wer dieses „Schild“, welches man sich ja nur in Gedanken konstruiert, aufgibt, der liefert sich dem anderen ein Stück weit aus.
    Mein persönlicher Gedanke dazu ist: Nur wer sich einem anderen öffnen kann, sein Visier hochklappen kann der zeigt vertrauen und schafft somit vertrauen. So könnte man so manchem Streit sehr einfach aus dem Weg gehen. Sofern man das denn überhaupt will.

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    1. Klingt absolut plausibel für mich…ich finde es einerseits immer schwer vorstellbar und andererseits total faszinierend, dass so grundlegende „Instinkte“ (sofern man es denn so nennen kann) so fest in der Evolution des Menschen verankert sein können.

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  2. Das Gegenüber möchte lieber einen Felsen in der Brandung haben. Und der Fels in der Brandung bekommt Risse und wird klein, wenn er sich verletzlich oder schwach zeigt oder angreifbar und schutzlos dem Anderen gegenübertritt. Der Fels in der Brandung erlebt dann Irritation und Rückzug des Gegenübers. Also wird der Fels in der Brandung seine schwache Seite nicht zeigen. | Wir möchten die beste Version unseres Selbst zeigen, weil es uns peinlich ist, unsere schlechtere Version zu präsentieren. | Ich glaube, nur in der Liebe oder in einer tief empfundenen Freundschaft können wir unsere Schwächen schamlos zeigen.

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  3. Naja, Verletzlichkeit oder Trauer sind eben sehr private Gefühle, die man nicht gerne mit Menschen teilt, die man nicht gut kennt. Da ist es nur logisch, als Mensch ein Verhalten zu entwickeln, dass vermeidet diese Gefühle vor anderen offen zu legen. Und letztlich stärkt es auch, stark sein zu wollen. Alles in Maßen natürlich, aber per se nichts verwerfliches 😉
    Liebe Grüße,
    S von sunnyonbehalf.com

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  4. Liebe Lini,

    etwas Schwäche/ Unsicherheit ist sympathisch, viele wissen das nur nicht. Sie denken, alle sind stark, ich muss es auch sein. Dabei sind wir Menschen uns in vielem ähnlich, zeigen uns nach außen nur anders. Dies wiederum sollte m.E. unterbunden werden, indem man sich
    !so zeigt, wie man ist!
    und das weitergibt. Damit sich die Wolke der Verschleierung auflösen kann. Und Leute, die zu dir passen und mit denen du überhaupt viel zu tun haben willst, verstehen das und mögen dich genau so – echt.

    Liebste Grüße
    Die Alex

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    1. Liebe Alex, da kann ich dir auch nur zustimmen…ich finde es dennoch immer wieder erschreckend, wie oft die Menschen einander (bewusst oder auch unbewusst) etwas vormachen…ich glaube, dieser Gedanke, den du da gerade thematisiert hast, geht allzu oft leider irgendwie verloren… ein Grund mehr, sich ihn so oft wie möglich in Gewisse zu rufen. 🙂 Gute Nacht, Lini

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      1. Ich denke, dass Menschen das i.d.R. nicht bewusst und böswillig tun, sondern nicht anders können. Eben, weil man das Gefühl haben kann, dass die Gesellschaft da was vorgibt. Man bildet sich am besten nicht vorschnell ein Urteil und wenn man etwas wartet, solange der andere eben braucht, dann zeigt er sich auch. Jeder Mensch braucht unterschiedlich viel Zeit dafür, Vertrauen aufzubauen. DU gehst da einfach anders mit um, weil du dir über so etwas Gedanken machst, dich von außen betrachtest.

        Wenn man es weiß, kann man ja sein Bestes geben. 😉 Am besten ist man ein Vorbild. Dann trauen sich andere auch. Wenn nicht, auch gut. Man selbst weiß, was einem gut tut.

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    1. „Unsere Umwelt“ ist nicht so gestrickt. 😉 Wir, sie, er,… einzelne Menschen „entscheiden“ sich, wenn auch oft unbewusst, dafür, wie sie sich geben. Und die Masse, die sich daraus ergibt, nennen wir Gesellschaft. Diese schreibt aber nichts vor, man kann es anders machen und wird ebenso Anklang finden, eben nicht überall, so wie die anderen auch nicht. Überall gibt es für jeden richtige Plätze und Personen. Und dort wird nichts negativ ausgelegt, wenn es passt.

      Jeder braucht seine Zeit, wir dürfen nicht verzagen. Können Impulse setzen, unser Mitgefühl teilen.

      Liebste Grüße!

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  5. Wenn ich mich selbst nicht gut genug kenne oder unsicher bin, ob ich so okay bin, wie ich bin: dann kann ich mir auch nicht vorstellen, dass andere gut oder rücksichtsvoll mit mir umgehen. Darauf bin ich dann erstmal nicht programmiert.
    Wenn wir älter werden und gelernt haben, gut mit uns selbst umzugehen, wenn wir uns gut genug kennen, unsere Stärken und unsere vermeintlichen Schwächen, wenn wir uns selbst so annehmen wie wir sind: erst dann öffnen und zeigen wir uns. Dann wissen wir nämlich, dass der größte Angriff und die schmerzhafteste Verletzung immer nur von einem einzigen Menschen kommen kann: von uns selbst.

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    1. Darüber muss ich noch mal nach denken, Vielleicht muss ich dazu noch älter werden? Scherz beiseite, Ilka, deine Antwort auf Linis frage finde ich sehr schön, richtiggehend poetisch 🙂 und sehr beruhigend, denn sich selbst zufrieden zu stellen ist gar nicht so schwer.

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      1. Ich bin meine größte und schärfste Kritikerin, für mich war es lange sehr schwer, mit mir im Reinen zu sein: mit meinem Tun und Sein. Das muss ich auch immer wieder üben. 😉

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    2. Und indem wir andere Menschen so annehmen, wie sie sind, selbst wenn sie Fassaden haben, wie wir sie selbst schon hatten, dann eröffnen wir der Welt die Möglichkeit, diese Menschen kennenzulernen. Nicht jeder schafft es allein und schnell geht es dann schon gar nicht 🙂

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  6. Liebe Lini,
    ich sehe es so: Es ist eine Form der Stärke, sich authentisch auch in seiner Schwäche und Unsicherheit zu zeigen – im Wissen, dass wir ja alle unsere Stärken UND Schwächen haben. Also nur ein ängstlicher Mensch zeigt sich immer nur stark. Na ja – und die Ängstlichlichkeit uns „nackt“ zu zeigen, weil wir damit angreifbar sind, haben doch die meisten Menschen, die „Erziehung“ erfahren haben, früh erworben oder auch aus alten Prägungen der Seele mitgenommen. Ich wünsche uns allen den Mut und das Vertrauen, uns in unseren Schwächen ebenso zu zeigen wie in unseren Stärken (denn auch davor gibt ja Angst 😉 )
    Herzliche Grüße schickt dir MarINa

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  7. Guten Morgen 🙂 Eine sehr schwierige Frage. Ich glaube das ist ein natürlicher Schutzmechanismus, wenn du jemandem komplett offen warst und dann von demjenigen sehr verletzt wurdest oder von verschiedenen Leuten immer wieder. Das fängt ja schon an, wenn eine angebliche Freundin zB eine Geheimnis von dir ausplaudert.
    LG Michi

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  8. Hallo Lini, schwierige Frage! Für mich gilt das Stichwort: Authentisch sein und bleiben. Es kann manchmal sehr viel Stärke verlangen, auch mal Schwäche zu zeigen.Jedoch von diesen recht pauschalen Antworten mal abgesehen, ist es hin und wieder von Vorteil flexibel zu sein, heißt zum Beispiel, dass es eben doch Situationen gibt, in denen man besser keine Schwäche zeigt und umgekehrt. Hier ist Flexibilität eben auch Stärke 🙂
    Liebe Grüße!

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  9. Spannend, wie Menschen auf Deine Frage reagieren und sie recht offen beantworten.
    Spannend aber auch die vielen interessanten Gedanken, die die Frage aufgeworfen hat.

    Nichts ist schwächer, als sich selbst etwas vor zu machen, weil man keine Schwäche zeigen will!
    Nichts ist schlimmer, als anderen etwas vor zu machen und es am Ende auch noch selbst zu glauben.

    Die größte Stärke ist rs, seine Schwächen zu zeigen und offen und ehrlich dazu zu stehen!
    Seine Schwächen zu verleugnen endet in Selbstüberschätzung und das in einer Katastrophe, wie zB. Tschernobyl oder Fukushima oder Kriege wie zB. in Vietnam…

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  10. ich hab mir jetzt nicht alles durchlesen können, dh. vielleicht hat diesen gedanken schon mal jemand geäußert. aber vielleicht liegt es auch daran, dass viele sich ihrer eigenen schwächen nicht bewusst sind, dass sie sie verdrängen und nicht wahrhaben wollen, weil sie entsprechen wollen. erwartungen erfüllen wollen. weil sie in dieser schnellen gesellschaft gar keine zeit haben wahrzunehmen, was sie eigentlich beschäftigt, weil sie damit beschäftigt sind zu funktionieren.

    wenn jemand fragt: wie geht es dir? – gibst du dann immer eine ehrliche antwort? – willst/kannst du dein innerstes mit jedem teilen? will dein gegenüber das wirklich hören???

    wir sind oft nicht mehr in einer großen ursprünglichen sippe verhaftet sondern einzelmenschen, die jeden tag vielen unterschiedlichen einzelmenschen begegnen, da kann man gar nicht die zeit aufwenden jeden ehrlich zu fragen und sich die geschichte anzuhören.. wenn man seine kontakte auf die personen reduziert, die man wirklich oft sehen kann, quasi einen inneren kreis zieht, dann kann man sich seine eigene sippe, seinen rückhalt, seine gesellschaft aufbauen, wo ehrlichkeit und sicherheit in der kommunikation, im zusammenleben und zu sich selbst vielleicht wieder möglich ist..

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  11. Schwäche zu zeigen bedeutet, anderen einen tiefen Blick in die eigene Seele zu gewähren. Der Mensch ist ein inquisitives Lebewesen, er versucht Dingen auf den Grund zu gehen und ich denke, das bezieht sich auch auf die Schwächen und Probleme anderer Menschen.
    Ich glaube, dass was die meisten Menschen verunsichert ist das, was sie selbst nicht vollkommen verarbeitet haben, denn die Probleme, mit denen wir umgehen können, sind nicht die, die wir zu verstecken versuchen.
    Also, warum möchten wir keine Schwäche zeigen?
    Wir riskieren damit, das unser gegenüber versucht, den Dingen auf den Grund zu gehen, die wir selbst noch nicht vollkommen erfassen, geschweige denn verstehen können. Uns könnten Fragen begegnen, die wir nicht beantworten können und dadurch fühlen wir uns in die Enge gedrängt, haben das Gefühl uns verteidigen zu müssen und genau daraus resultiert für uns die Notwendigkeit, stark zu sein und uns selbst zu schützen.
    Das ist für mich eine mögliche Erklärung.

    Aber ich denke auch, dass es uns besser ergehen würde, wenn wir häufiger die Stärke besitzen würden, Schwäche zu zeigen. So könnte vielleicht jemand anderes, eine Frage zu beantworten, die sonst offen bleiben würde.

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  12. …Konditionierung, gesellschaftlicher Zwang, „normal sein müssen“, das-tut-man-nicht Erziehung, nur-die-harten-kommen-in-den-garten Sprüche, sich zusammenreissen zu müssen, Konkurrenz, Verachtung von „Weicheiern“, Unbewusstsein, Ignoranz, fehlende connection zu den Emotionen, und ich glaube auch einfach nur ganz arg wenig (Selbst)Liebe / Wertschätzung / MenschSEIN und ganz viel Roboter-dasein / funktionieren müssen 🙂 LG, Feraye

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  13. Da gibt es sicherlich viele subjektiv passende Antworten 🙂

    Im Film „Waking Life“ wird eine ähnliche Frage so beantwortet:
    „Ich denke die Antwort zu dieser Frage liegt in einer weiteren Frage. Was ist die am meisten verbreitete Eigenschaft unter den Menschen: Angst oder Trägheit?

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  14. Viele meiner Vorschreiber haben da gute Punkte, die ich nicht zu wiederholen brauche.
    Ich denke aber, es ist auch eine Frage der Entwicklung jedes einzelnen. Du hast die Fähigkeit, Dich von außen zu betrachten. Andere un dies auch, aber mit dem Ziel zu sehen wie sie wirken und dieses dann in die Richtung ändern zu wollen, wie sie wirken wollen. Mode ist dafür ein Beispiel, finde ich. Sie kann – auch durch Dresscode – zur Verkleidung werden. Dabei verschwindet aber eigentlich derjenige, der die Klamotten trägt.
    Ähnlich kann es auch mit anderen Codes sein, etwa Arbeit, Uni, etc. Im schlimmsten Fall Familie.
    Ich denke, irgendwann wächst in einem die Erkenntnis, daß man es nicht allen recht machen kann. Auch das man Schwächen hat und man es eingestehen kann. Natürlich findest Du dann immer einen Deppen, der diese Schwächen bloßlegen will. Dabei ist das Stehen zu einer Schwäche die größere Tat. Und das ist es halt, authentisch zu sein – auch wenn andere damit schwer umgehen können.

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  15. Hallo Lini,ich habe ein paar Wochen neu angefangen zu bloggen. Aber irgendwie läuft es nicht so richtig😅 Dein Blog gefällt mir und du hast auch einige Leser. Deshalb wollte ich dich fragen, ob du dir mal Meinen ansehen kannst und mir sagen, was ich machen kann, dass mehr Leute meinen Blog lesen…?🙈Liebe Grüsse Melanie

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    1. Hey Melanie, ich freue mich sehr, dass du mich da fragen magst! 🙂 Magst du mir vielleicht einmal per Mail schreiben? Dann kann ich dir, sobald ich Zeit habe (das mit der Zeit ist momentan leider so eine Sache… 😦 ) aber gerne dort antworten! Hab einen schönen Abend, Lini 🙂

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  16. Was glaubt ihr, macht es den Menschen so schwer und warum versuchen sie um alles in der Welt genau das zu vermeiden?

    Die Menschen, die einen dann auslachen, das Messer zwischen die Rippen rammen und anschließend mit einem stumpfen Löffel ausweiden.

    Die machen es einem unmöglich. Und deshalb möchten es alle vermeiden, menschlich zu sein. Mit großem Erfolg, wie man am Zustand der Welt deutlich sehen kann.

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  17. Ich denke, Schwäche zeigen kann sehr schnell dazu verwendet werden, in eine Ecke gestellt zu werden. Nicht belastbar, depressiv, die- oder derjenige kriegt nichts auf die Reihe… Ich überlege mir sehr wohl bei wem ich mich schwach zeigen darf und wer meine ehrlichen Gefühle verdient hat 🙂

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