Festhalten am Loslassen

Festhalten
an der Erinnerung
setzt das Loslassen
von Illlusionen voraus
Wir klammern uns an sie
wie ein Schiffbrüchiger
an einen Rettungsanker
und vergessen darüber hinaus
dass wir schon lange, lange
von den tobenden Wellen verschluckt,
in den Tiefen des Meeres ertrunken sind
Festhalten
an der Erinnerung
heißt Loslassen
von dem was war
und nie wieder sein wird
Festhalten
an der Erinnerung
bedeutet Loslassen
von einer Existenz im längst Vergangenen
und die Hinwendung
für das was ist
für das was kommt
Festhalten an der Erinnerung
symbiotisch zu leben
im Einklang mit
Vergangenwart
Gegenwart
Zukunft

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19 Gedanken zu “Festhalten am Loslassen

  1. Danke fürs vorbeischauen und liken des Normandie Guides! Und so habe ich deine Gedichte entdeckt! Viele, sehr schöne dabei. Dieses hier gefällt mir besonders! Und für all die freien Seelen fern dieser Welt hat mich auch sehr berührt. Hab früher selbst geschrieben und viel Poesie gelesen, Müßiggang geht heute im Alltag mit Kind etwas unter- daher danke, dass du mich an die Poesie erinnerst hast. PS: In der Normandie haben übrigens viele Künstler, Schriftsteller und Poeten sich inspirieren lassen, falls du mal hinkommst, kannst du auf ihren Spuren wandeln und eigene Worte sammeln! 😉

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    1. Hey du, gerne habe ich bei dir vorbeigeschaut! 🙂 Und danke, für dein Feedback und dass du mir mitteilen mochtest, was dir besonders gut gefallen hat – das freut mich sehr! Deine Reise-Inspiration bleibt auf jeden Fall im Hinterkopf! 😛 Hab einen schönen Abend und viele liebe Grüße, Lini 🙂

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  2. „Wenn du Dinge loslassen kannst, hast du zwei Hände frei.“ Dieses Zitat, auf einen Zettel gekritzelt und in Klammern gekennzeichnet als „chinesisches Sprichwort?“, fand ich vor knapp zwei Jahren im Nachlass meines verstorbenen Mannes. Ich habe es gerahmt und in meiner Wohnung so aufgestellt, dass ich es gut sehen kann. Es ist, als habe er mir die Erlaubnis gegeben, mich von Dingen zu befreien, die für ihn als Person und für uns als Paar Bedeutung hatten, für mich als Hinterbliebene aber nur Ballast wären. An diesen Zettel habe ich mich bei diesem Gedicht erinnert gefühlt. Danke dafür.

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    1. Hallo Elke…der Verlust deines Mannes tut mir sehr Leid…es ist wohl mit das Schrecklichste auf Erden, einen geliebten Menschen gehen lassen zu müssen…und dennoch sind die Worte, die er dir hinterlassen hat so kostbar und ehrlich und absolut wahr…es ist schön, dass dir meine Worte auch gefallen und du etwas mit ihnen anfangen kannst…ich freue mich über deine liebe Rückmeldung und deine Offenheit – hab vielen Dank dafür! 🙂

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  3. Wunderbare Zeilen! Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Vergangenheit muß als solche gelernt werden, das ist nicht einfach. Deine Wortschöpfung „Vergangenwart“ ist eine sehr schöne Brücke zur „Gegenwart“ und zeigt, dass das Erlebte stets im Leben seinen Platz haben wird. Nur, wie wir damit umgehen, das ist das Gelbe vom Ei. Loslassen können ist ein großer Schritt, für den jeder für sich unterschiedlich lange Zeit braucht. Aber auch die Phase, in der sich das Gefühl des Loslassens Raum sucht, ist bereichernd. Herzlichst Rita ❤

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    1. Liebe Rita, hab vielen Dank für deine liebe Rückmeldung! Bei dem, was du da geschrieben hast, bin ich voll und ganz bei dir… es gibt kein allgemeingültiges Gesetz oder keinen vorgegebenen Zeitraum, wann man etwas „losgelassen“ hat…es hat viel mit Geduld und vor allem Akzeptanz zu tun. 🙂 Liebe Grüße, Lini

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