Schmerz verlangt gespürt zu werden

„Schmerz verlangt gespürt zu werden“.
-> Diese einfache und dennoch so wahre Weisheit stammt aus einem meiner Lieblingsbücher/Lieblingsfilme (The Fault In Our Stars / Das Schicksal ist ein mieser Verräter).

Und in den letzten Jahren habe ich immer wieder gefühlt, wie wahr diese Worte doch sind.
Es ist wirklich so, Schmerz verlangt gespürt zu werden, in all seinen Facetten.

Und ihr kennt es wahrscheinlich selbst und wisst, wie facettenreich Schmerz sein kann.
Fangen wir an mit körperlichen Schmerzen. Die kennt jeder von uns. Wenn der Schmerz in irgendwelchen Körperteilen von uns sitzt, pocht und zieht und sich auf unangenehme Art und Weise bemerkbar macht. Schmerz bedeutet Krankheit, Krankheit bedeutet Schmerz. Oftmals verschaffen uns Schmerzmittel, Medikamente etwas Linderung, überdecken die Wucht und die Intensität des Schmerzes. Je nach Krankheitsgrad kann der Schmerz auch wieder von uns weichen, oder aber ein Leben lang an uns haften und uns mit seiner Existenz an unsere Gebrechlichkeit, unsere Einschränkungen, ja wohlmöglich an unsere Schwäche erinnern.
Aber das ist nicht die Art Schmerz, von der ich hier erzählen möchte.

Vielmehr möchte ich von dem Schmerz berichten, der unser Herz, unsere Seele zerfressen will, hungrig nach all der Sehnsucht und all der Hoffnung, die diese bewohnen.

Schmerz verlangt gespürt zu werden, auch seelischer Schmerz.

Jeder von euch wird auch diese Art von Schmerz kennen, kein Mensch dieser irdischen Welt wird davon verschont bleiben – denn wir sind Menschen, die Träger der Emotionen und Gefühle.

Seelischer Schmerz will ebenso gespürt werden wie körperlicher Schmerz. Er klammert sich an die verletzbaren Orte und Seiten unserer emotionalen Gefühlswelt, will sich dort einnisten, will ebenso bemerkt werden wie jedes andere menschliche wahrnehmbare Gefühl.
Ich glaube, jeder Mensch hat eine andere Definition von Schmerz. Jeder Mensch gibt seinem Schmerz eine andere Gestalt, ein anderes Gesicht.

Meine Defintion von seelischem Schmerz:

Wir treten tagtäglich in zwischenmenschliche Beziehungen, legen unsere mühsam aufgebauten seelischen Schutzschilder immer wieder ab, geben somit anderen Menschen, die der gleichen Emotionen und Gefühle bemächtigt sind wie wir, eine Angriffsfläche. Mit Ablegen dieses Schutzschildes, machen wir uns verwundbar, verletzlich. Wir tragen anderen Menschen Erwartungen entgegen, setzen bewusst oder unbewusst Hoffnungen in sie, die nicht immer erfüllt werden können.
Hoffnungen/Erwartungen-Erfüllung oder Enttäuschung.
Wenn eben diese Erfüllung nicht in Kraft tritt und stattdessen die Woge der Enttäuschung über uns schwabbt, uns mit sich reißt, haben wir oftmals das Gefühl in diesem Ozean der Enttäuschung zu ertrinken.
Für mich bedeuten Enttäuschung, verletzte Gefühle, seelischen Schmerz. Es ist unvermeidbar, verletzt zu werden. Ich glaube, das Problem ist nur, wenn man in dieser Welt der Maxime, immer größer, immer schneller, immer stärker, ein vielleicht nicht ganz so robustes Fell hat, Schmerz anders spürbar ist. Sensible Menschen haben sensiblere Antennen, sensiblere Fühler, spüren intensiver, tiefer. Gut und schlecht zugleich.

Für mich bedeutet seelischer Schmerz darüber hinaus, Verlust und Trauer, vielleicht auch eine gewisse Einsamkeit, weil man in seinem Schmerz ganz einfach eben oft alleine ist.
Der Verlust eines geliebten Menschen, so behaupte ich, löst in jedem Menschen dieser Welt, seelischen Schmerz aus. Menschen, denen man seine Liebe entgegenbringt, öffnet man sich. Man gibt ihnen ein Stück, einen Teil von sich, schenkt ihnen etwas Kostbares seinerseits. Und wenn eben diese Menschen dich dann verlassen, vielleicht weil sie sterben, vielleicht weil sie bewusst keinen Kontakt mehr zu dir haben wollen, reißen sie dann oftmals den Teil deines Innenlebens aus dir heraus, den du ihnen zuvor aus Liebe geschenkt hast. Auch das ist unvermeidbar. Menschen sterben, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde, immer. Menschen verlassen dich, jeden Tag. jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde, immer und immer wieder.

Aber trotzdem, verlangt der Schmerz gespürt zu werden.
Wir alle kennen diesen Schmerz, wir alle fühlen ihn auf ganz unterschiedliche Art und Weise.

Wie erlebt ihr Schmerz? Wo sitzt er bei euch? Und was macht er mit euch?

©lini23061995

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9 Gedanken zu “Schmerz verlangt gespürt zu werden

  1. Das Schicksal meint es nicht immer gut mit uns, wenn du denkst, dass dein Leben endlich rund läuft, kommt das Schicksal und spielt den Miesepeter. Dann stellt sich jeder immer die gleiche Frage; Warum ich? Verdammt noch mal, gibt doch andere, die nur schlecht sind im Leben, hätte doch auch die treffen können. Das ist dann schon der erste Schmerz über die Enttäuschung, die das Leben für dich bereitgehalten hat. In diesem Moment ist dir noch nicht einmal klar was auf dich zukommt. Um es mit Schillers Worten zu fassen „ Nichts ist wie es war, nichts bleibt wie es ist“

    Dann kommt der Moment, wo alles aus den Fugen gerät, eine unbändige Flut von Gefühlen, die Schmerzen. Nachrichten, die den Menschen, die einen lieben, Kummer und Schmerz bereiten, was wiederum einem selbst dann auch wieder Schmerzen bereitet. Schmerz, der von Kummer und Traurigkeit ausgelöst wird. Das bisherige seelische Gleichgewicht ist verschwunden, einst der sogenannte Fels in der Brandung, bleibt nur noch ein Sandkorn, das von Ängsten und Ungewissheit herumgeschleudert wird. Der Verlust der eigenen Persönlichkeit, die man nach aussen hin reflektierte, ist einer der schmerzhaftesten Prozesse, der sich lange hinzieht. Das Herz verkrampft sich und vergisst die Menschen, die einen lieben. Die Enttäuschung, über das was das Leben dir jetzt bietet, verbrennt einen von innen heraus. Der Schmerz fängt an den Hass zu fördern. Man hasst alles um sich herum, man hasst sein Leben.

    Und währendessen bohrt sich der Schmerz immer tiefer in einen hinein. Er zerstört einen von innen heraus. Das kann bis zu einem Punkt gehen, wo man vor dem Schmerz kapituliert. Spätestens an diesem Punkt, an dem man wirklich am verwundbarsten ist und der Körper und das Herz vor Schmerzen ermüdet sind, ist es gut, wenn da jemand ist, der in Wirklichkeit noch mehr Schmerzen hatte. Das sind die, die einen wirklich lieben. Über die ganze Zeit hinweg, wo man mit seinen eigenen physischen und psychischen Schmerzen beschäftigt war, hat man ignoriert, dass es da noch andere gibt. Liebende, die mehr darunter gelitten haben, den Schmerz intensiv mitgespürt haben. Menschen, die an den Schmerzen, die es bereitet, wenn ein geliebter leidet, noch intensiver den Schmerz nachvollziehen.

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  2. Liebende Lini s Leben

    Die Sprache benennt die jeweilige Körperlichkeit
    Den Schmerz als Leibesleid
    Die Pein als Energie Ätherkörper
    Und das Weh im Willenskörper auch Astralleib benannt
    Und das Leid als geistige Dimension

    In „Wikipedia“ gibt Es den Begriff „Schmerzkörper“ damals noch ohne jeglichen Textbeitrag

    Symtomatisch schockierend

    Nur mit dem YouTube Hinweis auf Eckhart Tolle s kurze Beiträge über
    Deinen und meinen Schmerzkörper und ein zweiter kurzer Vortragsauszug
    Über den kollektiven Schmerzkörper der Amerikaner Japaner der Islamischen Welt und
    Der Deutschen…

    Prädikat: Empfehlenswert

    danke Deiner Mitfühlbarkeit
    DirJoaquim von Herzen
    Ehemals chronischer Schmerzbetroffener

    Gefällt 1 Person

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